Oldenburger Pferde
Sun 14. Mar 2010
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Oldenburger Pferdezucht: Mit Tradition in die Zukunft

Graf Anton Günther
Graf A. Günther; Foto: Ernst

War das Oldenburger Pferd früher fast ausschließlich als Kutschpferd beliebt, so hat sich das Bild heute grundlegend gewandelt. Oldenburger Pferde sind führend in allen Disziplinen und mischen im internationalen Sport gehörig mit.

Die Anfänge

Unter Graf Anton Günther von Oldenburg (1603-1667), der als großer Pferdekenner und Förderer der Pferdezucht galt, erreichte die Zucht der Oldenburger Pferde bereits europaweite Bedeutung.
Die Folgezeit war geprägt durch drei wichtige Ereignisse: Die erste staatlich verordnete Hengstkörung im Jahre 1820, die Einführung eines Stammregisters 1861 und die Gründung zweier Pferdezuchtverbände durch das Pferdezuchtgesetz vom 9. April 1897. Diese schlossen sich 1923 zusammen zum heutigen "Verband der Züchter des Oldenburger Pferdes e.V.".
Es folgten erste züchterische Veredlungsmaßnahmen durch den Einsatz der Hengste Lupus xx (1935) und Condor (1950).

Veredelungsprozess

Mit dem Einsatz des Vollblüters Adonis xx (1959), dem in rascher Folge weitere Vertreter seiner Rasse folgten, wurde in den 60er Jahren die Wende der Zucht in Richtung modernes Reitpferd eingeleitet.
Nach den einstmals mit Condor gemachten guten Erfahrungen besannen sich Oldenburgs Hengsthalter Ende der 60er Jahre wieder auf den Einsatz französischer Beschäler. Kaum ein zweites Zuchtgebiet hat mit Hengsten französischer Herkunft vergleichbare Erfolge erzielen können wie Oldenburg.
Furioso II war der erste Anglo-Normanne in der züchterischen Neuzeit. Pferdezüchter aus aller Welt sprechen auch heute noch mit Hochachtung von diesem Beschäler. Französische Anglo-Araber, wie z.B. Inschallah AA, wurden stets dosiert, aber mit großem Erfolg in Oldenburg eingesetzt.

Erfolgreiche Sportpferdezucht

Durch die Kombination verschiedenster Blutströme auf der Grundlage der Oldenburger Stutenstämme ist es unseren Züchtern innerhalb eines vergleichbar kurzen Zeitraumes gelungen, ein Pferd zu züchten, das mittlerweile zur Spitzengruppe moderner Sportpferdezuchten gehört. Wovon klangvolle Namen beredtes Zeugnis ablegen wie der des Oldenburger Deckhengstes Donnerhall, zweimaliger Mannschaftsweltmeister unter Karin Rehbein und wie kein Zweiter für die gelungene Synthese von Zucht und Sport stehend. Zu nennen sind hier auch die Auktionsstute Weihaiwej, mit Franke Sloothaak 1984 Einzel- und Mannschaftsweltmeister im Springen, und der unter Anky van Grunsven für die Niederlande startende Bonfire, der allein vier olympische Medaillen in der Dressur gewann, darunter die Goldene in der Einzelwertung von Sydney 2000. Aktuell sind °Sandro Boy und Anka mit Marcus Ehning, °Couleur Rubin mit Ludger Beerbaum, Arko III mit Nick Skelton (GBR) und °Sterntaler-Unicef und Renoir-Unicef mit Ann Kathrin Linsenhoff, °Escapado mit Carl Hestr (GBR) und °Aramis mit Hubertus Schmidt etc. im Großen Sport erfolgreich.

Im Rampenlicht

Jahr für Jahr beweisen die vierbeinigen Oldenburger Sportler eindrucksvoll auf allen wichtigen nationalen und internationalen Championaten und Nachwuchschampionaten, dass Oldenburg weltweit zu den führenden Sportpferdezuchten gehört. Dabei liegt in der Kombination von Leistungsbereitschaft, Leistungsvermögen, Rittigkeit und moderner Typausprägung sowie in der liberalen Zuchtpolitik das Erfolgsrezept der Pferde mit dem gekrönten O.